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PDF-Ausgabestile für QuarkXPress – Teil 1

PDF Logo[3. September 2018] Quark hat für XPress 2018 die PDF-Ausgabe auf neue Füße gestellt: Im Hintergrund werkelt jetzt die Callas pdfToolbox, ähnlich wie in den Print-Programmen von Adobe. Als Besonderheit ist insbesondere zu nennen, dasn XPress PDF-Dateien nicht nur PDF/X- oder PDF/A-Dateien ausgeben kann, sondern auch Dateien, die gleichzeitig PDF/X- und PDF/A-konform sind. Dadurch steigt die Zahl der Ausgabe-Variationen stark an.

Begriffserklärungen – X und A

  • PDF/X – das X steht für Blind Exchange (die PDF-Datei ist geeignet für den „blinden“ Austausch zwischen Erstellern wie Layoutern oder Grafikern und Betrieben der Druckvorstufe oder Druckereien). Eine validierte PDF/X-Datei wird mit einem internen Stempel versehen, in dem die Druckbedingungen festgeschrieben sind, für die die PDFD-Datei erstellt wurde.
  • PDF/A – das A steht für Archiv. Eine validierte PDF/A-Datei wird mit einem internen Stempel versehen, weiterhin wird die Datei gegen Veränderung geschützt.
  • Direkt aus Layoutprogrammen erstellte PDF/X- und PDF/A-Dateien sollten nachträglich überprüft werden, ob sie den Stempel zurecht erhalten haben und ob sie den Anforderungen des Druckprozessen tatsächlich entsprechen.

Die Überprüfung kann innerhalb von Acrobat, callas-Toolboxen und ähnlichen PDF-Workflow-Tools mit speziellen Überprüfungsprofilen durchgeführt werden.

Begriffserklärungen – X-1a und X-4

PDF/X und PDF/A werden in Untergruppen unterteilt, in denen bestimmte Einstellungen notwendig und andere verboten sind. Kurz zusammengefasst:

  • PDF/X-1a-Dateien enthalten keine RGB- und LAB-Bilder, sondern nur CMYK, Grau und Schwarzweiß-Daten.
    Es sind keine transparenten Elemente erlaubt. PDF/X-1a macht jedoch keine Vorgaben über genügende Bilderauflösung.
    Es wird ein Stempel mit der gewählten Ausgabebedingung (z.B. Bogenoffset oder Zeitung) in die Datei gesetzt.
    (In PDF/X-3-Dateien darf auch RGB benutzt werden – PDF/X-3-Dateien, bei denen RGB verboten ist, sind technisch PDFX/1a-Dateien).
  • PDF/X-4-Dateien können RGB, LAB, CMYK, Grau und Schwarzweiß-Daten enthalten – es sind auch transparente Elemente erlaubt.
    Die einzelnen Elemente in einer X-4-Datei können weiterhin unterschiedliche (meist RGB)-Farbprofile behalten.
    PDF/X-4 macht jedoch keine Vorgaben über genügende Bilderauflösung.

Begriffserklärungen – X-1a und X-4 in „Plus-Ausführung“

Da die generellen PDF/X-Spezifikationen nicht die einzelnen Druckbedingungen wie Digitaldruck, Offset, Zeitung oder Rolle enthält, sondern nur das Gerüst liefert, kümmern sich verschiedene Vereinigungen und Verbände darum, dass landes- oder europaweit möglicht gleiche Ausgabebindungen benutzt werden können. Dies geschieht zum Beispiel bei der GWG oder bei PDFX-ready.

Dort entstehen Empfehlungen und Anleitungen, wie aus einem Layoutprogramm PDF/X-Dateien für die verschiedenen Druckprozesse erzeugt werden sollen. Aber nicht nur das: Es werden auch fertige Prüfsettings für Acrobat oder ähnliche Tools bereitgestellt, die zusätzlich die druckprozessspezifischen Vorgaben wir Bildauflösung überprüfen.

Der Prozess

  • Das Layout wird hergestellt und dabei wird schon auf den späteren Druckprozess geachtet: Wenn es PDF/X-1a – der Clasic-Workflow aus dem letzten Jahrtausend – werden soll, sehr umfassend. Bei PDF/X-4 deutlich weniger.
  • Aus dem Layout wird eine PDF-Datei erzeugt mit Settings, die optimal für den gewünschten Druckprozess sind.
  • Das erzeugte PDF wird dann in Acrobat oder einem ähnlichen Tool gegen den gewünschten Druckprozess überprüft.

Zeitpunkt der Farbumwandlung von Bildern

Im gesamten Prozess mit zu druckenden Bildern werden oder wurden diese Bilder irgendwann von RGB (aus Kamera oder Scanner) zu CMYK (für die Druckmaschine) gewandelt. Jede RGB-zu-CMYK-Wandlung ist sofort eine optimale Anpassung für nur noch einen Druckprozess. Bilder, die nicht im tatsächlich geplanten Druckprozess genutzt werden, verlieren stark an der eigentlich möglichen Qualität und werden farbverfälscht. Eine weitere Verfälschung tritt dann bei der PDF/X-1a-Ausgabe ein: Alle Elemente im PDF sind nun nur noch für einen einzigen Druckprozess gekennzeichnet – man „lügt“ also als Layouter den Druckereibetrieb an, weil ja auch andere Bilder für andere Druckprozesse enthalten sind.

Die Wandlung der Bilder von RGB zu CMYK kann geschehen:

  • vor der Platzierung im Layoutprogramm (early binding) – der Layouter muss den ganzen Herstellungsprozess über den einen gewünschten Druckprozess im Auge behalten und immer sofort anwenden,
  • bei der Ausgabe aus dem Layoutprogramm (intermediate binding) – der Layouter muss sich im Herstellungsprozess bei RGB-Bildern nicht sofort um den Druckprozess kümmern, er kann aus seinen Daten sogar mehrere unterschiedliche Druckverfahren und Papiersorten bedienen lassen,
  • bei der Druckausgabe in der Druckerei (late binding) – der Layouter muss sich nur noch mit genügender Auflösung der Bilder um mögliche Druckverfahren kümmern. Der Drucker hingegen kann bis zur letzten Minute eine Optimierung des PDFs an seine gerade eingesetzte Druckmaschine und verwendete Papiersorte machen.

Begriffserklärungen – Device und DeviceN

Der Begriff Device bedeutet Gerät. Ein „Gerät“ ist in der Druckbranche nicht nur ein Tablett und ein Smartphone, sondern eine Druckmaschine oder sogar auch nur ein genormter Druckprozess. „ISO coated v2“ ist ein genormter Ausgabeprozess für den Bogenoffset – „ISOnewspaper26v4“ für den Tageszeitungsdruck.

PDF-Daten, in denen Ausgabeverfahren einzelnen Elementen zugeordnet sind, sind „geräteabhängige“ (device-dependent) Daten.

Es gibt spezielle Farb-Profile, um geräteabhängige Farbdaten direkt zwischen Druckverfahren umzuwandeln – dieses Verfahren heißt DeviceLink.

Sonderfarben wie HKS oder teilweise Pantone sind per se Gerätefarben – manifestiert nur im Farbwerk mit der Nicht-CMYK-Farbe in der Druckmaschine. Das macht das Handling von Sonderfarben in Software schwierig. Deshalb wurde eine Erweiterung des CMYK-Farbraums geschaffen, der beliebige Konstrukte mit beliebig vielen (N-zahlig) Sonderfarben (Device-abhängig) ermöglicht: DeviceN genannt.

 

Mit diesem Vorwissen können nun die vorgestellten PDF-Ausgabestile betrachtet werden:  »» Zum Teil 2