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11.12 Musterseitenraster erzeugen

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Musterseitenraster erzeugen Sie, wie schon geschrieben, auf den Musterseiten Ihres Layouts.

musterseite-anzeigen

Dazu aktivieren Sie die Musterseite und wählen den Menübefehl „Seite > Master-Hilfslinien und Raster.“ Ein Klick auf das Kontrollkästchen „Voransicht“ zeigt Ihnen die Auswirkungen Ihrer Einstellungen sofort und direkt auf der Musterseite. Vorher müssen Sie allerdings definieren, welche der vier möglichen Rasterlinien Sie anzeigen möchten. Dazu wechseln Sie in das Register „Einstellungen anzeigen“. Hier gibt es vier Linientypen, für die Sie die Farbe, den Stil und die Breite einstellen können.

Der folgenden Bildschirmschüss setzen voraus, dass die „Ostasiatische Funktionalität“ von XPress nicht eingeschaltet/genutzt wird:

 Einstellungen-anzeigen-seitenraster

Die vier Linienarten. Alle vier Linienarten – Oberlinie, Mittellinie, Grundlinie und Unterlinie – beziehen sich auf die tatsächlichen Schriftmaße. Das folgende Schaubild gibt Aufschluss:

linienarten-seitenraster

Sie aktivieren die Kontrollfelder für die Linien, die Sie anzeigen möchten. Wenn Sie nur das Kontrollfeld „Grundlinie“ aktivieren, arbeiten Sie auf genau die Weise, die Sie vom Grundlinien-Feature der XPress-Vorversionen kennen. Jeder Linienart kann man eine eigene Farbe zuweisen. Außerdem kann man festlegen, bis wohin die Linien reichen sollen: „Innerhalb der Ränder“, „Auf Seite“ oder „Arbeitsfläche“.

Doch warum sehen Sie Linien, die vielleicht jetzt schon ungefähr zu Ihrer Schrift passen? Dazu wechseln Sie zurück zum Reiter „Texteinstellungen“.

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Schriftgröße und Zeilenabstand einstellen. Im oberen Bereich legen Sie die „Schriftgröße“ des Textes für den aktuellen Textrahmen fest, gleich darunter die „Linienabstände“. Eine 9-Punkt-Schrift mit einem Linienabstand von 3 Punkt ergibt einen Zeilenabstand von 12 pt, wie Sie auch rechts neben dem „Linienabstand-Feld“ ablesen können.

master-raster-texteinstellungen-prozent

Die Höhe der Rasterlinien richtet sich nach der angegebenen „Schriftgröße“. Über das Feld „Vertikale“ können Sie diese Höhe in Prozent von der Schriftgröße verändern. Die Rasterabstände richten sich nach den „Linienabständen“. Der hier eingegebene Wert wird dem Ergebnis aus „Schriftgröße“ mal „Vertikale“ hinzuaddiert. Habe ich also eine Schriftgröße von 9 pt, einen Vertikalwert von 111,1% und einen Linienabstand von 3 pt, erhalte ich einen Zeilenabstand von (fast) 13 pt. Mit dem Prozentwert kann ich beispielsweise die Ungenauigkeiten aus dem vorher gezeigten Screenshot »Übergenau« korrigieren.

Grundlinienposition definieren. Nun bestimmes Sie die „Grundlinienposition“. Auch hier können Sie eine manuelle Einstellung vornehmen, wobei Sie aus „Unterlinie“, „Mitte abwärts“, „Mitte aufwärts“ und „Oberlinie“ wählen können und dann einen Prozentwert eingeben, um die Position einzurichten.

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Bei „Platzieren“ aus „Oberlinie“, „Mittellinie“, „Grundlinie“ oder „Unterlinie“ werden die Abstände der Raster jeweils neu berechnet – durch Versatz könnte der Abstand zur oberen Satzspiegelkante wieder ausgeglichen werden. Für »normale« lateinische Satzschriften sollte man, wenn man nicht „Aus Schrift liest“, mit Unterlinie arbeiten.

Man kann diese Werte auch aus der Schrift auslesen: Nachdem Sie das entsprechende Optionsfeld aktiviert haben, erhalten Sie hierzu ein Popup-Menü mit den auf Ihrem System installierten Schriften. Dann wählen Sie die gewünschte Schrift aus. Ich lese fast immer die Rastereinstellungen aus einer bestimmten Schriftart aus. Das ist genauer und der Schriftenhersteller hat sich oft etwas dabei gedacht. Wenn es mir nicht gefällt, kann ich es hinterher ja immer noch manuell ändern. Der „Versatz“ bestimmt, wo die erste Rasterlinie (auch hier wieder: „Oberlinie“, „Mittellinie“, „Grundlinie“ oder „Unterlinie“) auf der Seite beginnt.

Stilvorlagen und andere Elemente als Grundlage verwenden. Zeitsparend finde ich die Funktion, Rasterdefinitionen aus bereits definierten Musterseiten oder Stilvorlagen zu laden. Wenn Sie – wie ich – konsequent mit Absatzstilvorlagen arbeiten, dann werden Sie auch von der Funktion begeistert sein, die Einstellungen für das Seitenraster mit einem Klick beispielsweise aus der für den Grundtext bestimmten Stilvorlage zu entnehmen. Das spart Mühe beim korrekten Einrichten von Schriftgröße, Linienabständen & Co. Klicken Sie dazu auf den Button „Einstellungen laden“. Neben Stilvorlagen können Sie für diese Technik übrigens auch andere, vorhandene Musterseitenraster oder Rasterstile dieses Layouts heranziehen.

rastereinstellungen-laden

Welche dieser Elementtypen im Dialogfeld „Einstellungen laden“ aufgelistet werden, bestimmes Sie über das Popup-Menü „Zeigen“. Nachdem Sie das gewünschte Element ausgewählt und auf „OK“ geklickt haben, erscheinen die entsprechenden Attribute des Elements in den Feldern des Dialogfelds „Rastereinstellungen“.

Achtung: Diese sind voneinander unabhängig, das heißt, egal was Sie ändern (z. B. die geladene Stilvorlage), das auf ihrer Grundlage erzeugte Raster ändert sich dadurch nicht.

„Sich automatisch ändernde Raster?“ Manchmal ist es erwünscht, dass ein Raster automatisch geändert wird, wenn sich die zugrunde liegende Stilvorlage ändert. Wenn Sie beispielsweise den Zeilenabstand Ihres Grundtextes erhöhen, wäre es schön, wenn auch die Seitenraster entsprechend angepasst würden. XPress kann Ihnen diesen Wunsch erfüllen – allerdings müssen Sie dann mit Rasterstilen arbeiten (eigenes Unterkapitel).

Linien in Rändern. Unter dem „Versatz“-Feld sehen Sie, wie viele Rasterlinien momentan in den Rahmen passen – für Manuskriptberechnungen eine sehr praktische Sache.

Mit einem Klick auf den Button „Einstellen“ erhaltes Sie das Dialogfeld „Linien in Rändern einstellen“. Für mich ist dies das Beste an den Seitenrastern. Stellen Sie sich vor, Sie gestalten eine neue Broschüre und möchten aus gestalterischen Gesichtspunkten genau 60 Textlinien. »Seite 297 mm minus Rand oben ca. 25 mm minus Rand unten 20 mm plus Versalhöhe durch 60« oder so?

Seit XPress 8 geht’s einfacher. Stellen Sie Ihre Wünsche in diesem Dialog ein und XPress rechnet es automatisch aus. Geben Sie hier die Anzahl der Linien ein, die auf der Seite Platz haben sollen, indem Sie Parameter wie Schriftgröße, Linienabstände usw. abändern. Über die Plus- und Minus-Buttons rechts neben den Feldern können Sie die Linienanzahl schrittweise erhöhen bzw. verringern und dabei den Wert im zugehörigen Feld entsprechend anpassen. Beobachten Sie dabei die Zuwachsleiste am oberen Rand des Dialogfelds. Wenn das Rastermuster optimal auf die Seite passt, steht der Balken auf 0, ansonsten zeigt er Ihnen an, wie viel Platz ungenutzt ist.

unterer-Rand-raster-unterlaenge

Achtung: Bei der Berechnung des Rasters die anschließende Korrektur der Unterlänge nicht vergessen! Quark hat – wie fast immer – leider daran gedacht, dass XPress die letzte Unterlänge der Spalte in den Satzspiegel mit hinein nehmen würde.

Mit einem Klick auf den Button „Rückstellen“ machen Sie alle Eingaben in diesem Dialogfeld rückgängig und können noch einmal von Neuem beginnen.