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08.02 Zeichen- & Stilattribute (Teil 1)

Schriftgröße über Tastatur verändern. Sind Sie ein richtiger XPress-Profi? Dann sind die Tastenkürzel zum Vergrößern und Verkleinern der Schriftgröße für Sie vermutlich ein alter Hut. In der Maßpalette werden die über die Tastatur modifizierten Werte angezeigt. Haben Sie aber auch gewusst, dass ausgewählte Buchstaben unterschiedlicher Größe parallel stufenweise skaliert werden
können?

Tipp: Um eine Schrift zu vergrößern, nähere ich mich dem Ziel mit großen und kleinen Sprüngen per Tastaturkürzel:

  • Mac: Befehl-Shift+Punkt bzw. zusätzlich Alt für die kleinen Sprünge
  • Win: Befehl-Shift+Null bzw. zusätzlich Alt für die kleinen Sprünge

Genauigkeit ist gefragt. Da in der PostScript-Umgebung Schriften ausgehend von einer 1-Punkt-Schriftgröße skaliert werden – und deshalb bei großen Schriftgraden nicht immer exakt aussehen –, erlaubt XPress die Eingabe von drei Stellen nach dem Komma, die auch tatsächlich berechnet werden! Sinnvoll sind solche Zwischengrößen vor allem dann, wenn eine Satzarbeit an bestehende Gestaltungsmuster angepasst werden muss oder unterschiedliche Schriften gemischt werden. So ist es denn auch kein Pappenstiel, mehrere Schriften mit nominell identischer Schriftgröße in einer Zeile auf die identische Versalhöhe zu bringen – unter Umständen muss für jede Schrift eine andere Schriftgröße definiert werden; die Ermittlung der exakten Versalhöhen ist mit XPress-Bordmitteln nicht möglich, jedoch mit zusätzlichen XTensions.

Schrift verzerren oder Titel einpassen. Textrahmen können bei gedrückter [cmd]/[Strg]-Taste mitsamt Inhalt skaliert werden. Halten Sie zusätzlich [Alt][Shift] gedrückt, werden die ursprünglichen Proportionen des ganzen Objekts beibehalten. Ich nutze diese Funktion oft, um etwa eine Headline im Boulevard-Stil an die vorgegebene Satzbreite anzupassen. Ein Schriftschnitt kann am Bildschirm mit dieser Arbeitsweise verzerrt werden. Zum Glück gibt es Grenzen: Die Mini-Maxi-Werte für horizontale Schriftbreitenveränderung liegen nämlich bei 25% bzw. 400%. Tja, vielleicht verhindert eben diese Limitierung die gröbsten Verletzungen der typografischen Grundregel, wonach Schriften eigentlich nicht verzerrt werden dürfen ... Wenn Sie diesen Effekt einsetzen, kontrollieren Sie danach unbedingt das entstandene PDF.

Schriftstil. In XPress stehen mehr als ein Dutzend verschiedener Stilattribute zur Verfügung, die untereinander frei kombiniert werden können. Aber auch hier gilt die Regel: Lieber einfach, dafür aber mit Stil! Die Angaben für Kapitälchen, Hoch- und Tiefstellung sowie für die Indexziffer finden Sie bei den typografischen Vorgaben (Bearbeiten>Vorgaben>Drucklayout; Bereich Zeichen).

Warum Fett nicht fett sein muss. Wenn Sie in der Maßpalette auf den Fett-Button klicken, wird der markierte Text am Bildschirm fett dargestellt. Klingt einfach – kann aber dennoch zu Problemen führen. Nur wenn die gewählte Schrift tatsächlich über einen echten Fett-Schnitt verfügt, kann XPress diesen auch anwenden. Sonst wird die Schrift am Bildschirm zwar als pseudofette Schrift dargestellt – bei der Ausgabe wird aber normalerweise die zugrunde liegende Schrift im Normalschnitt oder aber in Courier gedruckt (es sei denn, der Schnitt ist auf dem Ausgabegerät vorhanden; dann gibt es keine Probleme). Dasselbe gilt für den Kursiv-Button; hier generiert XPress unter Umständen eine pseudokursive Schrift.

Hinweis: Wenden Sie Schriftstile also nur dann an, wenn Sie sicher wissen, dass der entsprechende Schnitt auch wirklich vorhanden ist! Lassen Sie sich von Job Jackets warnen, wo dies der Fall ist, und kontrollieren Sie das Vorhandensein der Schrift vor der Ausgabe (Druck und PDF).

55 wird 75. Was macht XPress, wenn Sie mit der Schrift Helvetica (Roman 55) schreiben und dann in der Maßpalette den Stil »Fett« wählen? Nein, das Betriebssystem (und damit XPress) wechselt nicht auf die nächste Hierarchiestufe (Medium 65), sondern überspringt diese Stufe und wählt automatisch den übernächsten Schnitt (Bold 75).

wird ergänzt und fortgesetzt