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03.01 Wo sind meine ganzen Werkzeuge? (die Änderungen)

(Noch keine Änderungen von XPress 10 und QX 2015 berücksichtigt)

Kürzer kann man eine Standard-Werkzeugpalette wahrscheinlich nicht machen: Nur noch acht Werkzeuge präsentieren sich zuerst dem Benutzer. Dennoch kann ich fast alles und sogar noch mehr damit machen. Und ein Gutes vorweg: Kein Tastenkürzel aus XPress 7 ist verschwunden oder verändert.

Eingeklappte
Werkzeugleiste
XPress 8/9
  Erweiterte
Werkzeugleiste
XPress 8/9
Werkzeuge-8-min   Werkzeuge-8-max

Hier sind die 16 wichtigsten Änderungen (vergleiche Sie auch mit Kap 02.02) der Oberfläche zu XPress 3 bis 7:

  1. Keine vorab festgelegten Inhaltstypen mehr: Es gibt keine festgelegten Bild- und Textrahmen mehr. Natürlich können Rahmen immer noch Texteoder Bilder halten, aber man muss sich nicht mehr festlegen. Ein Bild in einen Textrahmen geladen und schwupps, habe ich einen Bildrahmen. Natürlichkann ich das jederzeit rückgängig machen. Allein dadurch verzichten wir jetzt auf eine ganze Reihe von Werkzeugen.

  2. Rahmen ja, aber nicht vorab: XPress bleibt weiterhin ein rahmenorientiertes Programm, aber ich brauche vorher keinen Rahmen mehr. Einfach „Ablage > Importieren“ wählen oder per Drag & Drop einen Inhalt importieren und ein Rahmen erstellt sich automatisch.

  3. Keine vorab festgelegten Rahmenformen mehr: Auch hier muss oder kann ich mich vorab nicht mehr entscheiden: Die Veränderung des Eckenstils erfolgt jetzt jederzeit über die Maßpalette, jedoch nur bei aktiviertem Objektwerkzeug – also im Objektmodus. Ich entscheide mich nur noch zwischen Kreis, Rechteck und Vieleck (nun per Bézier-Stift), daher auch die Beschränkung seitens Quark auf die drei Grundformen. Selbst Bézier-Rahmen lassen sich aus den starren Rahmen mit einem Klick erstellen. Diese Änderung macht viele weitere Werkzeuge überflüssig.

  4. Drag & Drop hinein: Fast alles kann man jetzt in XPress hinein- oder aus XPress herausziehen. Ich nehme einfach ein beliebiges Bild oder einen Text und ziehe es oder ihn ins Layout. Wenn kein Rahmen vorhanden ist, erstellt XPress einen. Sonst wird der Inhalt in den bestehenden Rahmen importiert. XPress zeigt dies durch eine stärkere Umrandung des Rahmens an, bei Textrahmen sogar die Importposition durch blinkende Texteinfügemarke. Wenn ein Inhalt auf der Seite landet (also gleich ein Rahmen erstellt wird), wird dies durch eine Umrandung des Layouts angezeigt. Noch einfacher? Texte und Bilder kann ich durch Ziehen auf die Seitensymbole in der Seitenlayout-Palette importieren. Ich kann also ohne zu navigieren über die Seitenlayout-Palette mehrere Seiten mit Inhalt befüllen und dann nachträglich abarbeiten.

    Tipp: Weiterhin können Sie jederzeit die Erstellung eines Rahmens erzwingen, indem Sie die (Alt)-Taste beim Import drücken, wenn sich ein Rahmen unter der Maus befindet.

  5. Drag & Drop heraus: Drag & Drop funktioniert auch andersherum: Einfach ein Objekt (z.B. einen Bildrahmen) auf Adobe Bridge, den Schreibtisch oder ein Dock-/Startleistensymbol ziehen. Was dann passiert, hängt davon ab, was die jeweilige Anwendung damit macht: Der Schreibtisch kopiert das Bild, das Dock-Symbol (Mac) bzw. die Schnellstartleiste (Windows) öffnen das Bild von der derzeitigen Position usw. Auch Texte können gezogen werden, dazu den Text selektieren und [cmd]- und [Ctrl]-Taste festhalten. Dann in Word ziehen oder auch in einen anderen Textrahmen, alles geht.

    Ziehen oder Duplizieren? Die [alt]-Taste dupliziert ein Objekt bzw. erlaubt es, im Dokument zu navigieren (Handyman). Wie entscheidet XPress, welche der beiden Funktionen zur Anwendung kommt? Ganz einfach, wenn Sie zuerst die ([alt]-Taste halten und dann die Maus bewegen, wird’s der Handyman, andersherum (also erst
    Objekt bewegen und dann [alt]-Taste drücken) dupliziert das Objekt.
    Der Versatz beim Duplizieren-Ziehen wird übrigens sofort zur Voreinstellung für das nächste [cmd]/[Strg]+[D] oder [cmd]/[Strg][alt]+[R].

  6. Direkte Manipulation von Inhalten: Wahrscheinlich die Änderung, die die meiste Arbeit spart und mir am meisten Spaß macht. Wenn ich das Bildinhaltswerkzeug aktiviert habe, sehe ich das ganze Bild, nicht nur den Ausschnitt. Außerdem kann ich das Bild direkt manipulieren, ohne in die Maßpalette oder in den Modifizieren-Dialog zu gehen. Einfach mit der Maus an den Bildanfasser anfassen und das Bild skalieren. Zudem zeigt mir XPress in der Maßpalette die effektive Bildauflösung an, bei nicht proportionaler Skalierung immer den schlechtesten Wert. Die Maus ein wenig hinausbewegt und schon kann ich das Bild rotieren. Das Gleiche geht mit dem Rahmen: Skalieren und Rotieren, ohne ein Werkzeug wechseln zu müssen.

    Tipp: Wenn der Rahmenanfasser unter dem Bildanfasser liegt, dann die [cmd]/[Strg]-Taste drücken und schon komme ich an die Anfasser des Rahmens. Nicht vergessen, die [cmd]/[Strg]-Taste nach dem Anklicken wieder loszulassen, sonst skaliere ich das Bild mit.

    Tipp: Wenn die erweiterte Bildvoransicht bei aktivem Bildinhaltswerkzeug nervt, dann drücke ich die [cmd]/[Strg]-Taste. Nun wird das Bild beschnitten angezeigt.

  7. Standardtastenkürzel: Überall verwendet Quark jetzt Standardtastenkürzel, beim Skalieren eines Bilds sorgt die [shift]-Taste für proportionales Skalieren, die [alt]-Taste für das Skalieren aus der Mitte heraus. [shift]-Taste beschränkt auch Bewegungen auf 90°-Winkel und Drehungen auf 45°-Winkel. Ein Objekt mit gedrückter [Alt]-Taste gezogen dupliziert dieses, [Esc] wählt alle Elemente ab.

  8. Tastenkürzel für Werkzeuge: Nicht nur die generellen Elementmanipulationen haben neue Tastenkürzel, jedes Werkzeug hat – wie in Photoshop – ein eigenes Tastenkürzel. Mehr noch, die Tastenkürzel sind fast wie in Photoshop, da brauche ich nicht lange lernen. Ein Druck (ohne [cmd]/[Strg]-Taste) auf die [P]-Taste wählt z. B. das Bézier-Pfadwerkzeug aus. Ein weiterer Druck auf [P] wählt nacheinander die Werkzeuge im Pfad-Flyout-Menü aus.

    Achtung: Wenn ich im Textrahmen mit aktivem Textinhaltswerkzeug arbeite, muss ich zuerst die (Esc)-Taste drücken, um mit einem Tastenkürzel ein Werkzeug auszuwählen. Schneller geht’s dann mit den bekannten Tastenkürzeln [shift]+[F8] oder [alt]+[F8].

  9. Neue Bézier-Werkzeuge: Quark hat in Version 8 die Bézier-Werkzeuge komplett überarbeitet. Ich musste mich nicht lange daran gewöhnen, da sie fast wie in Illustrator funktionieren. Auf einen Punkt klicken, um ihn zu löschen. Auf eine Kurve klicken, um einen Punkt hinzuzufügen. Und dann entweder das entsprechende Werkzeug aus dem Ausklappmenü wählen oder mit Standardtastenkürzeln wechseln: [cmd]/[Strg], um temporär zum Verschiebewerkzeug zu wechseln, [alt]-Taste, um temporär zum Werkzeug Punkt umwandeln zu wechseln. Manche Layoutaufgaben gehen in XPress leichter als in Illustrator (symmetrischen Punkt) – manche funktionieren in Illustrator leichter (Form schließen).

    Hinweis: Natürlich kann man weiterhin auch alles per Maßpalette einstellen, selbst die Koordinaten der Bézier-Anfasser.

  10. Palettenmenüs: Die Paletten haben nun alle Palettenmenüs, in denen sich weitere Optionen verstecken. Speziell mal beim Hilfslinienmanager oder der Ebenenpalette nachsehen.

  11. Paletten immer aktiv: Paletten sind jetzt immer aktiv, auch wenn kein Objekt ausgewählt ist und somit eine Eigenschaft zurückmeldet. Endlich kann ich direkt in der Palette eine Farbe erstellen oder bearbeiten, auch wenn ich kein Objekt ausgewählt habe.

  12. Klicker: Wo wir schon bei Paletten sind, eine kleine, aber feine Änderung gibt es in der Maßpalette. Es gibt immer noch die Reiter, die zwischen verschiedenen Bereichen der Maßpalette umschalten. Zusätzlich haben fast alle Wertefelder kleine Pfeil-Buttons bekommen, mit denen man mit der Maus die Werte erhöhen bzw. verringern kann. Besonders gut gefällt mir das beim Schlagschatten. Endlich kann ich visuell den Schatten anpassen und muss mir nicht irgendwelche Werte (»3 mm weich«) aus den Fingern saugen. Aber auch dieses Feature ließe sich natürlich noch verbessern, wenn man diese Schritte auch per Cursor-Tasten ausführen könnte …

  13. Aktive Montagefläche: Wem ist es nicht schon so gegangen wie mir? Einen Rahmen kopiert, zu einer anderen Seite gescrollt und eingefügt. Und an eine Fehlfunktion geglaubt, da kein Rahmen zu sehen war. Und wieder eingefügt. Und nur weil ein kleiner Fitzel der darüberliegenden Montagefläche zu sehen war, hat XPress immer wieder auf der davorliegenden Montagefläche eingefügt. Dies ist mit XPress 8 nun endlich Vergangenheit. XPress sieht die Montagefläche als aktiv an, die am meisten auf dem Bildschirm sichtbar ist, bzw. – wenn mehrere Montageflächen komplett sichtbar sind – die, die sich in der Mitte des Fensters befindet.
    Oder man klickt einfach im Layout auf die Seite, die jetzt die aktive Seite sein soll. Klingt komplizierter als es ist, es funktioniert einfach intuitiv. Die Kontrolle erfolgt links unten im Fußbereich des Layouts.
    Wer will, kann sich in den Vorgaben noch einstellen, wie die aktuelle Montagefläche eingefärbt werden soll. Und selbst bei Seiten der aktiven Montagefläche sieht man die aktuelle Seite, die Hilfslinien leuchten intensiver. So macht’s Spaß.

  14. Musterseiten-Navigator: Wer hat schon immer das Tastenkürzel parat, um von einer Dokumentenseite auf eine Musterseite zu springen und umgekehrt. Und selbst wenn man sich daran erinnert, sprangen alte Versionen von XPress immer an eine andere Stelle und änderten die Vergrößerung. Mit XPress 8 ist es wesentlich einfacher geworden: Unten auf das neue Symbol klicken und sofort ist man auf der zugehörigen Musterseite, mit dem gleichen Ausschnitt und der gleichen Vergrößerung wie auf der Dokumentenseite. Und das funktioniert sogar zuverlässig mit rechten und linken Musterseiten. Und mit dem gleichen Klick komme ich wieder zurück.

  15. Texteffekte: Bei Texten bzw. Schriften hat sich etwas geändert, Schriften werden jetzt jeweils in ihrem Schnitt (außer es handelt sich um eine Symbolschrift) und mit einem Symbol dargestellt, das erkennen lässt, welche Art von Schrift dies ist. Und die Schrifteffekte (wie Versalien oder konturiert) verstecken sich nun in einem Effektmenü (fx), das mittels roter oder grüner Ampel symbolisiert, ob es sich um einen »sicheren« Effekt handelt oder nicht.

  16. Nur für Mac: Miniaturseiten-Vorschaunavigator nenne ich mal diese Funktion. Ein Klick auf das Symbol und Sie sehen eine Miniaturansicht aller Seiten. Mit der [↑]- und der [↓]-Taste können Sie diese vergrößern bzw. verkleinern. Beim Klick auf die entsprechende Seite springen Sie zu der Seite und das Navigationsmenü verschwindet. Eine Navigator-Palette wie in Photoshop wäre alternativ dennoch oft hilfreich.
    Am Rande bemerkt: Die Zeichen für nicht druckende Sonderzeichen (wie Einzug hier oder bedingte Trennung) sind jetzt größer und deutlicher als in Version 7 oder gar älteren Versionen. Das Kontextmenü ist verbessert worden und enthält mehr relevante Einträge. Hilfslinien können vor den Randlinien angezeigt werden oder dahinter.

Nun können Sie mit XPress 8 durchstarten!